Plattform Modell

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Das Plattform Modell

Personalbemessung orientiert am Bedarf der Patient:innen und Nutzer:innen in der Psychiatrie – das ist das Ziel der Plattform Personal. Etwa 20 Fachgesellschaften und Fachverbände haben sich zusammengeschlossen und gemeinsam ein Strukturmodell entwickelt, das sogenannte Plattform Modell für eine bedarfsgerechte Personalbemessung in der Erwachsenen- und Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie (PSM-PT).

Das Forum für Gesundheitswirtschaft hat den wissenschaftlichen Prozess geleitet und unterstützt. Das Plattformmodell kann als Blaupause für eine zukunftsorientierte und bedarfsgerechte Personalbemessung angesehen werden. Das folgende Video veranschaulicht das Modell:

Der Hintergrund

Mit der am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik-Richtlinie (PPP-RL) hat der Gemeinsame Bundesauschuss (GB-A) auf der Basis des § 136 a Abs. 2 SGB V die Erstfassung einer Richtlinie umgesetzt und Personaluntergrenzen für die Ausstattung mit dem für die Behandlung erforderlichen Personal in stationären Einrichtungen der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und der PSM-PT festgelegt. Die Einführung der Richtlinie war von deutlicher Kritik begleitet und hat eine intensive Debatte um eine bedarfs- und leitliniengerechte Personalausstattung in der Psychiatrie und Psychosomatik ausgelöst. Die Zeitwerte der Richtlinie basieren auf der Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) bzw. für die PSM-PT auf den 1993 publizierten Personalanhaltszahlen nach Heuft. Die Kategorien und Minutenwerte wurden in Teilen angepasst. Die Richtlinie verweist jedoch explizit darauf, dass die genannten Zeitwerte lediglich Personaluntergrenzen darstellen, in denen Minutenwerte nicht vollumfänglich berücksichtigt sind, die zur Sicherstellung einer leitliniengerechten Behandlung erforderlich sind. Daher ist zu prüfen, inwieweit die definierten Mindestanforderungen evidenzbasiert sind und zu einer leitliniengerechten Behandlung beitragen, wie es vom Gesetzgeber gefordert ist. Mit dem Ziel einer verbesserten Bestimmung des Personalbedarfs hat eine Arbeitsgruppe von wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Fachverbänden (Plattform Personalbemessung) ein Strukturmodell (sog. Plattformmodell) entwickelt, das die Abschätzung des Behandlungsaufwands unter Berücksichtigung von Bedarfs- bzw. Behandlungsclustern sowie einer leitliniengerechten Behandlung ermöglichen soll.

Die Machbarkeitsstudie

Zur Entwicklung des Plattformmodells wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, welche zum Ziel hatte zu überprüfen, ob das Modell grundsätzlich für eine bedarfsgerechte Personalbemessung geeignet ist. Während der Studien wurden paradigmatische Fallvignetten beschrieben und validiert, welche die Symptomatik und Lebensumstände adäquat widerspiegeln. Außerdem wurden Arbeitsprofile erstellt und validiert und eine Matrix entwickelt, die drei bedarfsorientierte Dimensionen repräsentiert (siehe Abbildung).

• psychiatrisch-psychotherapeutischen / psychosomatisch psychotherapeutischen / kinder- und jugendpsychiatrischen-psychotherapeutischen
• somatischen
• und psychosozialen Bedarf

Im Rahmen von Stichtagserhebungen wurden die Patient:innen den bedarfsorientierten Clustern und Psych-PV-Kategorien zugeordnet. Abschließend wurde in mehreren Runden von Expert:innenpanels (Delphi-Methode) der erforderliche Behandlungsaufwand unter Berücksichtigung von Leitlinien oder Expert:innenkonsens abgeschätzt.

Es konnte herausgestellt werden, dass das Plattform-Modell grundsätzlich für eine bedarfsgerechte Personalbemessung, unabhängig von Diagnose und Setting geeignet ist (Abbildung unten). Durch die Machbarkeitsstudie konnten sowohl methodische Erkenntnisse als auch Limitationen des Modells identifiziert werden, um das Plattform-Modell weiter zu entwickeln. Hier setzt nun das Folgeprojekt EPPIK an und überprüft die Eignung des Plattformmodells als Instrument zur Personalbemessung in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken.

Unsere Publikationen zum Plattform Modell

Cuntz U, Brückner-Bozetti P, Hochlehnert A et al. (2021)

Behandlungscluster und Personalbemessung in der psychosomatischen Medizin und Psychotherapie – Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zum Plattformmodell.

Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 67(1): 88–103

Deister A, Brückner-Bozetti P, Heuft G et al. (2020)

Personalbemessung in der Psychiatrie und Psychotherapie: Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zum Plattform-Modell.

Der Nervenarzt 92(5): 457-467

Hauth I, Brückner-Bozetti P, Heuft G et al. (2019)

Personalausstattung in stationären psychiatrischen Einrichtungen: Ein patientenorientiertes und leitliniengerechtes Konzept zur Personalbemessung.

Der Nervenarzt 90(3): 285–292.

Kölch MG, Klein M, Knebusch V et al. (2020)

Individual and Needs-Based: The Platform-Model for Personnel Allocation in Child and Adolescent Psychiatry and Psychotherapy.

Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 49(2): 124–133

Die Projektleitung

Bei Fragen oder Anregungen freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme!

Dr. rer. pol. Peter Brückner-Bozetti

Geschäftsführer

Das Projektteam

Veronika Knebusch

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektkoordinatorin

Kooperationspartner

  • Arbeitskreis der Chefärzt:innen der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie an Allgemeinkrankenhäusern in Deutschland (Ackpa)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (BAG KJPP)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien (BAG KT)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger Psychiatrischer Krankenhäuser (BAG Psychiatrie)
  • Verband leitender Ärzt:innen der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie e.V. (BDK)
  • Bundesfachvereinigung leitender Krankenpflegeoersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK)
  • Bundesärztekammer (BÄK)
  • Deutscher Arbeitskreis für konzentrative Bewegungstherapie e.V. (DAKBT)
  • Deutsche Fachgesellschaft Psychiatriesche Pflege (DFPP)
  • Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V. (DGGPP)
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
  • Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)
  • Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
  • Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V. (DVE)
  • Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG)
  • Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie und Psychotherapie e.V. (LIPPs)
  • Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD)